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Datenübernahme aus IFC, Revit und Co.: Welche Datenmodelle im Betrieb wirklich nutzbar sind

Ist ein Bauprojekt abgeschlossen, beginnt für Eigentümer und Betreiber eine mindestens ebenso wichtige Aufgabe: das Gebäude über die nächsten 20, 30 oder sogar 50 Jahre effizient zu betreiben.

Während der Planung und des Baus sind bereits zahlreiche digitale Daten und Dokumente entstanden. BIM-Modelle, IFC-Dateien, CAD-Zeichnungen, Anlagenverzeichnisse, Betriebsanleitungen, Excel-Listen und technische Dokumentationen – auf den ersten Blick scheint alles vorhanden zu sein, was für den späteren Gebäudebetrieb benötigt wird.

Doch in der Praxis sieht es häufig anders aus.

Anlagen müssen erst eindeutig identifiziert, Dokumente den richtigen Anlagen zugeordnet, Benennungsregeln für Räume und technische Anlagen vereinheitlicht und fehlende Informationen ergänzt werden. Selbst eine einfache Frage wie „Welche Anlage ist hier installiert und wo finde ich die zugehörige Wartungsdokumentation?“ kann eine Suche in mehreren Dateien und Systemen erforderlich machen.

An Daten mangelt es also selten. Das eigentliche Problem ist, dass Informationen, die für Planung und Bau erstellt wurden, nicht automatisch auch für den späteren Gebäudebetrieb geeignet sind.

Welche Datenformate und -strukturen werden also üblicherweise an den Betrieb übergeben? Und welche Informationen werden später tatsächlich benötigt?

Welche Gebäudedatenmodelle werden bei der Übergabe verwendet?

Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Denn IFC, Revit, CAD und andere Formate erfüllen im Lebenszyklus eines Gebäudes unterschiedliche Aufgaben.

Bei der Übergabe können beispielsweise folgende Daten und Dokumente bereitgestellt werden:

  • Native BIM-Modelle, beispielsweise Revit-Dateien
  • IFC-Dateien (Industry Foundation Classes) für den standardisierten Datenaustausch
  • DWG-Dateien oder andere CAD-Zeichnungen
  • COBie-Datensätze (Construction Operations Building information exchange)
  • Anlagenverzeichnisse, die teilweise in Excel-Listen gepflegt werden
  • PDF-Dokumente wie Betriebsanleitungen, Zertifikate und Prüfberichte
  • Metadaten zu Räumen, Bauteilen und technischen Anlagen
  • Informationen, die bereits in CAFM-, CMMS-, ERP- oder anderen betrieblichen Systemen gepflegt werden

Jede dieser Datenquellen liefert andere Informationen über das Gebäude.

Ein natives Revit-Modell enthält die Strukturen und Details, die in der ursprünglichen Planungssoftware erstellt wurden. IFC ermöglicht dagegen den standardisierten Austausch ausgewählter Modellinformationen, unabhängig davon, mit welcher Software das Modell erstellt wurde.

Auch CAD-Zeichnungen (Computer Aided Design), die häufig als DWG-Dateien vorliegen, spielen insbesondere bei Bestandsgebäuden weiterhin eine wichtige Rolle. Sie liefern Grundrisse und andere grafische Informationen, verfügen in der Regel jedoch nicht über die gleiche objektbasierte Struktur wie ein BIM-Modell.

Hinzu kommen Anlagendaten und Metadaten, etwa zu eindeutigen Anlagenkennungen, Klassifikationen, technischen Eigenschaften, Herstellern und räumlichen Zuordnungen. Diese Informationen können direkt aus einem Modell stammen oder unabhängig davon in Anlagenverzeichnissen, Datenbanken oder Excel-Listen gepflegt werden.

Mit COBie steht außerdem ein standardisiertes Datenschema zur Verfügung, über das strukturierte Gebäude- und Anlageninformationen für den späteren Betrieb übergeben werden können. Damit lassen sich betriebliche Prozesse unterstützen, ohne dass dafür das vollständige grafische Modell benötigt wird. COBie ersetzt jedoch weder das Modell noch deckt es sämtliche Informationen ab, die im Betrieb erforderlich sein können.

Es ist deshalb auch nicht notwendig, dass sämtliche Informationen aus einer einzigen Quelle stammen. Entscheidend ist vielmehr, welche Informationen die einzelnen Quellen liefern und ob diese für die späteren betrieblichen Prozesse genutzt werden können.

Auf die richtigen Daten kommt es an

Ein detailliertes Gebäudemodell kann Tausende von Objekten und Eigenschaften enthalten. Doch nicht alle davon sind für den späteren Betrieb gleichermaßen relevant.

Im Gebäudebetrieb kommt es häufig weniger auf die exakte Geometrie jedes einzelnen Bauteils an. Viel wichtiger sind Fragen wie:

  • Wo befindet sich die Anlage?
  • Welche Anlage ist dort genau installiert?
  • Zu welchem technischen System gehört sie?
  • Wer ist der Hersteller?
  • Wann muss die Anlage gewartet werden?
  • Welche Dokumente sind ihr zugeordnet?

Nehmen wir beispielsweise eine Lüftungsanlage. Das zugehörige Modell kann zahlreiche Planungsparameter enthalten, die während der Planung und Errichtung wichtig waren. Für den späteren Betrieb benötigt das Facility Management dagegen vor allem eine eindeutige Anlagenkennung, den genauen Standort, Angaben zu Hersteller und Modell, relevante technische Eigenschaften, Wartungsanforderungen und die zugehörige Dokumentation.

Wichtig ist dabei, dass die Anlagen im Modell, in der Dokumentation und im betrieblichen System eindeutig zugeordnet werden können. Fehlen Kennungen oder werden unterschiedliche Bezeichnungen verwendet, müssen die Informationen gegebenenfalls abgeglichen und einander zugeordnet werden.

Auch die räumlichen und technischen Beziehungen spielen eine wichtige Rolle. Über den Standort lässt sich die Anlage dem richtigen Gebäude, Geschoss und Raum zuordnen. Über ihre technischen Verknüpfungen kann sie gleichzeitig Bestandteil eines bestimmten Systems oder Teilsystems sein. Strukturen wie Gebäude → Geschoss → Raum → Anlage oder Technisches System → Teilsystem → Komponente helfen dabei, diese Zusammenhänge übersichtlich abzubilden und die benötigten Informationen leichter zu finden.

Das gilt nicht nur für die Instandhaltung. Im Flächenmanagement stehen beispielsweise Raumnummern, Flächengrößen, Nutzungsarten und Belegungsdaten im Vordergrund. Für das Corporate Real Estate Management (CREM) auf Portfolioebene können dagegen Informationen zu Gebäuden, Flächen, Auslastung und weiteren Immobilienmerkmalen erforderlich sein.

Welche Daten tatsächlich übernommen werden sollten, hängt deshalb davon ab, welche Prozesse sie später unterstützen sollen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass detaillierte Modelle und geometrische Informationen überflüssig sind. Gerade bei der Suche nach technischen Anlagen oder beim Verständnis räumlicher Zusammenhänge können visuelle Informationen sehr hilfreich sein. Gleichzeitig bringt es wenig, sämtliche Modellobjekte und Parameter zu übertragen, wenn ein großer Teil davon für die späteren Prozesse gar nicht benötigt wird.

Für den Gebäudebetrieb kommt es deshalb darauf an, geometrische Informationen, strukturierte Objektdaten, Attribute und Beziehungen so zusammenzuführen, dass sie die jeweiligen Prozesse unterstützen. Welche Informationen dafür benötigt werden und aus welchen Quellen sie stammen, hängt vom konkreten Anwendungsfall ab.

Wie lassen sich unterschiedliche Datenquellen im Betrieb zusammenführen?

Auch nach Abschluss eines Bauprojekts werden die verschiedenen Datenquellen weiterhin benötigt. Ein Revit-Modell kann beispielsweise für spätere Umbauten relevant bleiben. IFC-Dateien können beim Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Systemen zum Einsatz kommen. CAD-Zeichnungen bleiben für bestimmte Gebäudebereiche möglicherweise die praktischste Informationsgrundlage, während strukturierte Anlagendaten in betriebliche Anwendungen übernommen werden.

Die entscheidende Frage ist deshalb, wie sich diese unterschiedlichen Quellen gemeinsam nutzen lassen, ohne sämtliche Informationen zunächst in ein einziges Format überführen zu müssen.

Der räumliche Kontext kann dabei helfen, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen.

Für die Mitarbeiter im Gebäudebetrieb ist es zunächst zweitrangig, aus welcher Datei oder welchem System eine Information ursprünglich stammt. Für einen Instandhaltungstechniker, einen Immobilienmanager oder andere Anwender ist vielmehr entscheidend, dass sie die gesuchte Anlage oder den entsprechenden Raum finden, die Zusammenhänge erkennen und auf die benötigten Informationen zugreifen können.

Wählt ein Mitarbeiter beispielsweise eine Pumpe an ihrem Standort aus, könnte er dort direkt auf die technischen Daten, Wartungsinformationen und zugehörigen Dokumente zugreifen. Dabei spielt es für ihn keine Rolle, aus welchen Systemen oder Dateien die einzelnen Informationen stammen.

Genau hier setzt auch speedikon VIP an. Die Plattform verknüpft Informationen aus unterschiedlichen Quellen in einem gemeinsamen räumlichen Kontext. Die ursprünglichen Datenmodelle und Darstellungen können dabei erhalten bleiben. Gleichzeitig werden die Informationen den jeweiligen Gebäuden, Räumen und Anlagen zugeordnet.

Es geht also nicht darum, sämtliche Informationen in ein einheitliches Datenformat zu überführen. Entscheidend ist vielmehr, dass die benötigten Informationen dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden – unabhängig davon, aus welchem System sie ursprünglich stammen.

Welches Datenmodell sinnvoll ist, hängt letztlich davon ab, welche Prozesse damit unterstützt werden sollen. Sie beschäftigen sich mit der Frage, wie sich Gebäudedaten aus Planung und Bau für den späteren Betrieb nutzbar machen lassen? Sprechen Sie uns an – wir teilen gerne unsere Erfahrungen mit Ihnen.