Tatorte sind vergänglich.
Sobald Ermittler den Ort verlassen, beginnt sich die Umgebung zu verändern. Räume werden gereinigt, Gegenstände versetzt und Straßen wieder freigegeben. Zurück bleiben Fotos, Skizzen und schriftliche Berichte. Diese Dokumente sind unverzichtbar, doch sie halten nur Ausschnitte dessen fest, was Ermittler ursprünglich gesehen haben.
Wochen, Monate oder sogar Jahre später kann es notwendig werden, einen Fall erneut zu prüfen. Zu diesem Zeitpunkt existiert der ursprüngliche Tatort längst nicht mehr. Ermittler müssen rekonstruieren, was geschehen ist, gestützt auf Bilder, Notizen und Erinnerungen.
Doch was wäre, wenn sich der gesamte Tatort exakt so bewahren ließe, wie er war, und jederzeit erneut erkundet werden könnte?
Vom Tatort zur digitalen Umgebung
FRAMENCE verwandelt die klassische Tatortdokumentation in eine interaktive, fotorealistische 3D-Umgebung. Ermittler, forensische Sachverständige und Justizbehörden können den Tatort dadurch jederzeit erneut untersuchen.
Mithilfe gewöhnlicher digitaler Fotos aus Kameras, Smartphones oder Drohnen richtet das System die Aufnahmen automatisch aus und rekonstruiert daraus einen hochpräzisen digitalen 3D-Zwilling des Tatorts. KI-gestützte geometrische Modellierung sorgt für die räumliche Genauigkeit, die für forensische Analysen erforderlich ist. Ermittler können direkt in der digitalen Umgebung Entfernungen messen sowie Zeugenberichte oder Notizen ihrer Kollegen aufrufen.

Anstatt Hunderte einzelner Bilder zu sichten, bewegen sich Ermittler durch eine realitätsnahe Rekonstruktion des Tatorts und können Details aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, wie in Street View.
Alle Beweismittel in einem gemeinsamen räumlichen Kontext
Ermittlungen stützen sich selten nur auf eine einzige Informationsquelle. Fotos von Ersthelfern, Drohnenaufnahmen, Bilder von Zeugen, Laserscans, CAD- oder GIS-Daten, Ergebnisse aus forensischen Laboren und handschriftliche Notizen sind häufig über verschiedene Systeme verteilt gespeichert.
FRAMENCE führt diese Informationen in einer einzigen Umgebung zusammen. Beweismittel lassen sich direkt im 3D-Tatort georeferenzieren, kommentieren und mit ergänzenden Dokumenten wie Laborberichten oder Fallnotizen verknüpfen.
So entsteht ein klarer räumlicher Zusammenhang für die gesamte Tatort-Untersuchung. Ermittler erkennen, wo sich Gegenstände befanden, wie einzelne Elemente zueinander standen und wie sich die Situation entwickelt hat. Die integrierte Versionskontrolle und eine vollständige Änderungsdokumentation in FRAMENCE sorgen dafür, dass jede Anpassung nachvollziehbar bleibt und die in der Forensik erforderliche Beweismittelkette gewahrt wird.
Die fotorealistische Darstellung erleichtert außerdem Menschen ohne technische Fachkenntnisse das Verständnis des Tatorts. Staatsanwälte, Richter und andere Beteiligte können die Umgebung visuell erkunden, statt technische Diagramme oder komplexe Modelle interpretieren zu müssen.
Zusammenarbeit und Analyse über den ursprünglichen Tatort hinaus
Der fotorealistische digitale Zwilling der FRAMENCE schafft einen gemeinsamen Bezugspunkt für alle Beteiligten einer Ermittlung. Ermittler, forensische Experten und Staatsanwälte können sicher auf denselben Tatort zugreifen und Beweise gemeinsam analysieren, selbst Jahre nachdem die ursprüngliche Dokumentation erstellt wurde.
Rollenbasierte Zugriffsrechte stellen sicher, dass sensible Informationen geschützt bleiben. Die Plattform kann lokal betrieben oder in privaten Cloud-Umgebungen eingesetzt werden, um strenge Anforderungen an Datenschutz und Datensouveränität zu erfüllen.
Zusätzlich kann das System Ermittler mit KI-gestützter Objekterkennung unterstützen. Dadurch lassen sich wiederkehrende Gegenstände wie Werkzeuge oder Waffen über verschiedene Tatorte und Fälle hinweg identifizieren.
Von der Dokumentation zur Rekonstruktion
Stellen wir uns einen Einbruch vor, der mit gewöhnlichen Kameras oder sogar dem Smartphone dokumentiert wurde. Innerhalb weniger Stunden lassen sich diese Fotos in eine begehbare 3D-Umgebung verwandeln.
Ermittler können die Position von Gegenständen analysieren, prüfen, ob Zeugenaussagen mit der räumlichen Situation übereinstimmen, oder die rekonstruierte Szene mit Experten an anderen Orten teilen, ohne den ursprünglichen Tatort erneut betreten zu müssen.

Dasselbe Vorgehen lässt sich auch auf Vorfälle im Freien anwenden, etwa Verkehrsunfälle oder großflächige Einsatzlagen. Solche Szenen können schnell mit Smartphones, Drohnen oder anderer Aufnahmetechnik erfasst werden.
Den räumlichen Kontext bewahren
Eine herkömmliche und fragmentierte Foto- oder Videodokumentation verliert zwangsläufig einen Teil des räumlichen Zusammenhangs. Beziehungen zwischen Objekten, Entfernungen oder Blickwinkel bleiben möglicherweise unklar oder wurden nie aus dem richtigen Winkel festgehalten.
FRAMENCE bewahrt diesen Kontext. Der Tatort wird zu einer dauerhaften, objektiven Darstellung, die jederzeit erneut untersucht werden kann, wenn neue Fragen auftauchen.
So können Ermittler, forensische Experten und Gerichte noch lange nach dem Verschwinden des ursprünglichen Tatorts mit einer verlässlichen digitalen Rekonstruktion arbeiten.
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Bild: Framence GmbH
