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Mehr als eine 3D-Ansicht: Was ein digitaler Zwilling im Bestandsbetrieb verbessert

In einer Technikzentrale soll eine Pumpe ausgetauscht werden. Der Raum wurde in den vergangenen zehn Jahren mehrfach umgebaut. Das Instandhaltungssystem enthält Anlagenkennung und Wartungshistorie, die Bestandspläne zeigen den ursprünglichen Aufbau. Für die Arbeitsvorbereitung bleiben trotzdem Fragen offen: Welche Pumpe ist heute tatsächlich installiert, wie ist sie zugänglich und passt das neue Aggregat durch den vorhandenen Zugang? Oft fehlen nicht die Informationen selbst, sondern die eindeutige Verbindung zum Ort, an dem gearbeitet werden soll.

Im Facility Management und im technischen Betrieb sind solche Situationen alltäglich. Gebäude und Industrieanlagen verändern sich durch zahlreiche kleine Eingriffe, während ihre Dokumentation über Projekte, Abteilungen und verschiedene Anwendungen hinweg entsteht. Ein digitaler Zwilling im Bestand hilft, dieses verteilte Wissen mit einer wiedererkennbaren Ansicht der realen Umgebung zu verbinden. So können die Beteiligten fundierter entscheiden, ohne eine weitere isolierte Informationsablage aufbauen zu müssen.

Zwischen Anlagenakte und Technikraum

Ein sorgfältig gepflegtes Anlagenverzeichnis nützt nur begrenzt, wenn ein Dienstleister vor drei nahezu identischen Pumpen steht und nicht sicher weiß, welche im Arbeitsauftrag gemeint ist. Ein Plan kann den ursprünglichen Aufbau korrekt zeigen, eine später verlegte Leitung jedoch nicht mehr berücksichtigen. Fotos ergänzen solche Unterlagen, lassen sich ohne verlässlichen Ortsbezug aber nach einiger Zeit oft nur schwer zuordnen. Besonders aufwendig wird das, wenn interne Teams und externe Fachkräfte Arbeiten abstimmen müssen, ohne gemeinsam vor der Anlage zu stehen.

Ein fotorealistischer digitaler Zwilling schafft einen gemeinsamen Blick auf den Bestand. Die Beteiligten können sich zum Technikraum navigieren, die Pumpe wiedererkennen und ihre Umgebung betrachten, ohne zunächst nach der richtigen Anlagenkennung suchen zu müssen. Mit FRAMENCE lassen sich außerdem Abstände und Abmessungen direkt im digitalen Zwilling messen. So können Planung und Dienstleister schon aus der Ferne prüfen, wie viel Platz für den Austausch zur Verfügung steht, welche Transportwege infrage kommen und wo benachbarte Installationen berücksichtigt werden müssen. Der nächste Termin vor Ort lässt sich dadurch wesentlich gezielter vorbereiten.

Auch die Abstimmung bei ungeplanten Störungen wird einfacher. Entdeckt ein Techniker beispielsweise eine undichte Verbindung an einer Armatur, kann er die Meldung mit einem Point of Notification (PoN) direkt an der betroffenen Position platzieren. Kolleginnen und Kollegen sowie Servicepartner sehen im digitalen Zwilling, wo das Problem aufgetreten ist und welche Arbeiten anstehen. Neue Erkenntnisse lassen sich in der Meldung ergänzen; nach der Reparatur kann sie als erledigt markiert werden. So bleibt die Kommunikation an den tatsächlichen Standort gebunden, statt sich auf schwer nachvollziehbare Ortsbeschreibungen in E-Mails zu verlassen.

Informationen dort finden, wo sie gebraucht werden

FRAMENCE verbindet Fotografien zu einem fotorealistischen digitalen Zwilling, der über den Browser zugänglich ist. Über Points of Information (PoI) lassen sich Dokumente und weitere Angaben mit Positionen im 3D-Koordinatensystem verknüpfen. Wer beispielsweise einen Schaltschrank in der visuellen Umgebung betrachtet, kann dort die zugehörige Betriebsanleitung öffnen. Auch bei Arbeiten an benachbarten Anlagen sind die relevanten Informationen im räumlichen Zusammenhang erreichbar. Statt verschiedene Ordner und Anwendungen zu durchsuchen, orientieren sich die Nutzer an dem Ort, den sie aus dem Betrieb kennen.

Für den Dienstleister, der die Pumpe reparieren soll, wird daraus eine konkrete Erleichterung. Schon vor der Anfahrt kann er die Anlage im digitalen Zwilling finden, die technische Dokumentation einsehen und die gemeldete Störung räumlich einordnen. Ergänzt das interne Instandhaltungsteam weitere Beobachtungen, stehen diese für die Abstimmung zur Verfügung. Damit beginnt der Einsatz nicht erst mit der Suche nach der richtigen Anlage, sondern mit einem gemeinsamen Verständnis der anstehenden Arbeit.

Über entsprechend eingerichtete Integrationen kann FRAMENCE auch Informationen aus Fremdsystemen in den räumlichen Zusammenhang einbeziehen. Wartungshistorien, Arbeitsaufträge und freigegebene Dokumente bleiben in den Anwendungen, in denen sie gepflegt werden, und lassen sich über den Standort leichter auffinden. Administratoren können Benutzerberechtigungen und Zugriffsrechte verwalten, sodass interne Teams und externe Dienstleister jeweils mit den für ihre Aufgaben vorgesehenen Informationen und Funktionen arbeiten.

Der browserbasierte Zugang erleichtert die Zusammenarbeit, weil die Beteiligten nicht alle mit derselben spezialisierten Software arbeiten müssen. Für Unternehmen mit besonderen Anforderungen an Datensicherheit und IT-Infrastruktur unterstützt FRAMENCE außerdem den On-Premises-Betrieb. Gerade in sensiblen Industrieumgebungen und bei kritischen Infrastrukturen (KRITIS) ist diese Wahlmöglichkeit für die Einbindung in die bestehende IT-Strategie relevant.

Ein Standort verändert sich

Nach einem Umbau lässt sich oft nur schwer nachvollziehen, wo zuvor eine Leitung verlief oder welche Komponente inzwischen entfernt wurde. Das gilt besonders, wenn mehrere Unternehmen nacheinander im selben Bereich gearbeitet haben. Über die Zeitschienenfunktion können Nutzer zwischen dokumentierten visuellen Zuständen wechseln und erkennen, wie sich der Bestand verändert hat. Bei der Vorbereitung einer weiteren Maßnahme lassen sich frühere und aktuelle Ansichten vergleichen, statt sich ausschließlich auf Pläne oder Erinnerungen zu verlassen.

Wer neue Fotografien in FRAMENCE hochlädt, muss die Verknüpfungen zur technischen Dokumentation nicht jedes Mal neu herstellen. Da PoI im 3D-Koordinatensystem und nicht an einzelnen Bildern verankert sind, bleiben sie auch nach einer Aktualisierung an ihrer Position. Die Instandhaltung findet die Unterlagen einer Anlage weiterhin am gewohnten Ort, selbst wenn der Technikraum inzwischen anders aussieht. Zusammen mit der Zeitschiene entsteht so eine nachvollziehbare Verbindung zwischen früheren Ansichten, aktuellem Bestand und den Informationen für den Betrieb.

Wenn Anlagen ausgetauscht oder entfernt werden, lassen sich die zugehörigen PoI entsprechend bearbeiten oder beenden. Die räumlich verknüpften Informationen entwickeln sich damit mit dem Bestand weiter und bleiben auch für die nächste Wartung oder Umbaumaßnahme eine verlässliche Orientierung.

Entscheidend ist die nächste betriebliche Aufgabe

Ein Digital-Twin-Projekt muss nicht mit dem Anspruch beginnen, jeden Raum vollständig abzubilden. Häufig lohnt es sich mehr, bei wiederkehrenden Problemen im Betrieb anzusetzen: bei der aufwendigen Identifikation von Anlagen, der Abstimmung von Störungen mit externen Dienstleistern oder der Vorbereitung von Umbauten mit unvollständigen Informationen. Solche Aufgaben zeigen, wo die visuelle Dokumentation und der räumliche Zugang zu Informationen den größten Nutzen bringen.

Für Facility Management, Corporate Real Estate Management und den technischen Betrieb entsteht der Nutzen durch ein gemeinsames Verständnis des Standorts, das sowohl den Informationszugriff als auch die praktische Arbeit unterstützt. Die Beteiligten sehen, über welche Anlage sie sprechen, finden die passenden Unterlagen, kommunizieren erforderliche Maßnahmen und können Veränderungen am Bestand nachvollziehen. Wertvoll wird der digitale Zwilling, wenn aus dem Wissen über einen Ort ein klarer nächster Arbeitsschritt wird.

Müssen Ihre Teams Informationen zu Bestandsgebäuden noch aus Vor-Ort-Terminen, Plänen und verschiedenen Systemen zusammensuchen? Erfahren Sie, wie FRAMENCE die reale Umgebung zum Ausgangspunkt für den Informationszugriff macht: https://www.framence.com/de/plattform/